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7.10.2005
07.10.2005
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
seit das Rettungsassistentengesetz 1989 in Kraft getreten ist, dauert die Diskussion an, dass unbedingt eine Novellierung dieses Gesetzes notwendig ist. In den vergangenen gut zwei Jahren mehrten sich nun die Stimmen, die mit unterschiedlicher Intention eine „Besserung” für die RA-Ausbildung anmahnten.
In diesem Jahr sollte endlich die Novellierung des RettAssG auf die Agenda des Bundesgesundheitsministeriums gesetzt werden. Wie wir mittlerweile alle wissen, hatten sich aber zum Frühsommer die politischen Mehrheitsverhältnisse auf der Bundesebene so drastisch verändert, dass Neuwahlen notwendig wurden. Anstatt Klarheit zu schaffen, haben die Wahlen mit ihrem neutralisierenden Ergebnis die politische Situation in unserem Staat noch stärker verwirrt. Die Politiker haben deshalb mit sich selbst und ihren Machtansprüchen genug zu tun, so dass politische Entscheidungen im Hinblick auf die Novellierung des RettAssG in nächster Zeit nicht zu erwarten sind. Dies bedeutet aber nicht, dass sie gänzlich aufgegeben werden.
Der letzte Stand der Diskussion um ein neues RettAssG wird dadurch gekennzeichnet, dass eine Position in Anlehnung an das Berufsbildungsgesetz (BerBiRefG vom 1. April 2005) die Ausbildung als vergütete betriebliche Ausbildung mit Berufsschulbesuch etablieren möchte. Die zweite Position vertritt ein eindeutiges Votum für die Beibehaltung der RA-Ausbildung in der Berufsfachschule unter staatlicher Aufsicht.
In dieser Gruppierung treffen die Interessen der Rettungsassistentenschulen in freier Trägerschaft und der Arbeitsgemeinschaften der Notärzte (u.a. BAND) zusammen.
Seit einigen Monaten haben wir uns zu einer informellen Arbeitsgemeinschaft von Trägern freier Rettungsassistentenschulen und Ausbildern bzw. Lehrern/ Ärzten von Rettungsschulen zusammengefunden. Unser Ziel ist es, durch eine eigene Argumentation unsere Arbeitsgrundlage in der Berufsfachschule zu sichern und über die Berufsfachschulausbildung hinaus den Rettungsassistenten eine neue Zukunftsperspektive zu erschließen. Dies ist unserer Meinung nach erforderlich, als nur durch eine inhaltlich korrekte und von Polemik freie Darstellung der zwingenden Notwendigkeit der Berufsfachschulausbildung für Rettungsassistenten die Überzeugungsarbeit für unsere Position geleistet werden kann.
Die konzeptionelle Arbeit unserer AG befasst sich mit der Erweiterung der BFS-Ausbildung von zwei auf drei Jahre (Verteilung der Praxis-Theorie-Anteile), den schulischen Zugangsvoraussetzungen von mindestens Realschulabschluss, der Diskussion der Notkompetenz als Regelkompetenz, in Anlehnung an andere medizinische Assistenz- und Therapeutenberufe mit der Weiterführung der Ausbildung zum RA durch Bachelor- und Masterstudiengänge (erste Versuche finden in der BRD bereits statt), dies wird auf der Basis einer betrieblichen Ausbildung angesichts der Bologna-Vereinbarungen ungleich schwerer werden, und der staatlichen Prüfung zum Abschluss der gesamten Ausbildung nach drei Jahren.
Wie Sie sehen, werte Kolleginnen und Kollegen, haben wir uns ein umfangreiches Arbeitsprogramm vorgenommen. Nach, aber auch schon während der konzeptionellen Arbeit wollen wir in strategischer Hinsicht den Dialog mit allen an der Ausbildung beteiligten Gruppen suchen, d. h. auch die auf der Gegenseite stehenden Meinungsvertreter werden unsere Gesprächspartner sein. Wir sind sicher, dass wir in Sondierungsgesprächen die zurzeit oft beschworenen Schnittmengen finden können. Kurz: der konzeptionellen Arbeit wird zeitnah die strategische Arbeit zur Umsetzung unserer Ideen folgen. Der Erfolg wird der Maßstab für die Güte unserer Arbeit sein.
Werte Kolleginnen und Kollegen, wir haben in keiner Weise die Absicht, eine weitere Berufs- oder Standesvertretung zu sein. Wir lehnen es auch ab, die Form eines Vereins mit Satzung und Beitragszahlung für unsere Arbeitsgemeinschaft zu etablieren. Aber wir wollen ein uns betreffendes existentielles Problem auf einer, wenn auch informellen, so doch sachkundigen Plattform diskutieren und einer für uns zufrieden stellenden Lösung zuführen können. Aus diesem Grund heißen wir jede Mitstreiterin und jeden Mitstreiter, der sich der Ausbildung zum Rettungsassistenten in der staatlich anerkannten Berufsfachschule verpflichtet weiß, herzlich willkommen.
Wir möchten Sie nun mit unserem Brief zum aktiven Meinungsaustausch einladen, denn wir sind der Überzeugung, dass jeder, der engagiert in der Ausbildung zum Rettungsassistenten tätig ist, unsere Arbeit durch seinen Beitrag fördern und vorantreiben kann.
Da wir am Samstag, dem 26. November 2005 um 11.00 Uhr in der Schule der ResQuality in Essen für unsere Gruppe den nächsten Workshop durchführen wollen, würden wir uns sehr freuen, wenn Sie sich bei Interesse an unserer Arbeit dort vor Ort aktiv einbringen wollen.
Für eine Rückmeldung legen wir Ihnen eine vorbereitete Faxantwort bei.
In zuversichtlicher Erwartung einer konstruktiven und erfolgreichen Zusammenarbeit verbleiben wir mit kollegialen Grüßen
Burkhard Steckel, Uwe Vogel, Phillip Utermann, Volker Wiese, Ingo Kolmorgen, Christoph Lasarzick