Letzte Einträge:
26.02.2009
Im Jahr 2008 haben die AgRD (Arbeitsgemeinschaft Rettungsdienstschulen Deutschland)und der DBRD (Deutscher Berufsverband Rettungsdienst) in einer internetbasierenden Umfrage zu ermitteln versucht, wie werdende Rettungsassistenten im Anerkennungsjahr vergütet werden. Weitere Fragen zielten beispielsweise auf die Verpflichtung zusätzlich “ehrenamtlich” für ihren Arbeitgeber tätig zu werden oder Sonderdienste zu übernehmen.
Die Umfrage war durchgeführt worden, weil in der “Szene” zunehmend über unbezahlte Praktika berichtet wurde.
Insgesamt haben im Umfragezeitraum 527 Besucher an der Umfrage teilgenommen. 40 Antworten waren widersprüchlich, offensichtlich falsch oder Spam, so dass am Ende 487 Stimmen ausgewertet werden konnten.
Selbstverständlich bleiben wir bei unserer Auffassung, dass jede Tätigkeit im Rettungsdienst angemessen zu vergüten ist. Wir waren dennoch positiv überrascht, festzustellen dass lediglich ein Viertel der Befragten (19,92 %) angab, keine Vergütung zu erhalten.
Fast noch überraschender ist das Ergebnis nach dem fast 65% der Umfrageteilnehmer angaben, über 600 € monatlich als Vergütung zu erhalten. Über 27% der Befragten gaben ihr Gehalt mit über 1.000 € an.
Es darf also vorsichtig davon ausgegangen werden, dass der Wert der von den Auszubildenden geleisteten Arbeit von einem Großteil der Rettungsdienst anerkannt wird.
Die Frage, ob von ihnen ehrenamtliche Tätigkeiten für ihren Arbeitgeber erwartet wurden beantworteten knapp über 11 % mit ja. Auffällig ist, dass der Anteil bei denjenigen, die für ihre Tätigkeit keine Vergütung erhielten mit 23,71 % deutlich höher lag (Anteil bei den vergüteten Anerkennungsjahren: 7,95 %).
Die Palette der von der Azubis geforderten zusätzlichen Tätigkeiten reicht von Sonderdiensten, wie Sport- oder Kulturveranstaltungen über Rufbereitschaften, Fahrdienste, Hausnotruf oder Rückholdienste bis hin zur eigentlichen Kerntätigkeit, dem Dienst im regulären Rettungsdienst.
Das Umfrageformular gab auch die Möglichkeit, einen freien Kommentar zur Ausbildung an der Lehrrettungswache zu hinterlassen. 79 Teilnehmer machten hiervon Gebrauch.
Die Beiträge hinterlassen ein sehr uneinheitliches Bild. Häufig wurde die Einschätzung mitgeteilt, Praktikanten würden immer noch als “billige Arbeitskräfte” missbraucht. Im Fokus der Kritik stand auch die (mangelnde) Anleitung in der praktischen Tätigkeit (z. B. Lehrrettungswache ohne Lehrrettungsassistenten).
Hervorzuheben bleibt, dass von vielen Befragten die Qualität der Ausbildung und das Engagement der Anleiter explizit gelobt wurde.
Aus Sicht der AgRD ist diese Umfrage sicherlich zu verbessern und nicht repräsentativ. Trotzdem enthalten die Ergebnisse einige für die beteiligten Rettungsassistentenschulen ermutigende Aspekte.
Entgegen der verbreitenden Ansicht, die Rettungsassistentenausbildung sei zu teuer und vom Lernenden allein zu finanzieren, ergibt die Umfrage ein differenzierteres Bild: die praktische Tätigkeit wird offensichtlich überwiegend vergütet. Somit ist durchaus eine “Refinanzierung” der Schulkosten gegeben und das Bild weit positiver, als in anderen Assistenzberufen.